Dieser Blog möchte aktuelle Finanzmarktereignisse auf der Grundlage der Thoerien der österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre analysieren.
Mittwoch, 29. Januar 2014
Donnerstag, 21. November 2013
Blasenbildung an den Finanzmärkten?
Zur Zeit hört man außergewöhnlich viele Menschen darüber diskutieren, ob die Preise an den Finanzmärkten nicht schön heißgelaufen sind und eine Blase entstanden ist, die zu platzen droht.
Dies ist nicht der Fall. Die momentane Situation ist eine andere als die zur Zeit der vergangenen bekannten "Blasen" (new economy, Immo-Markt). Diese waren kreditinduziert während der momentane Anstieg auf eine Erhöhung der Basisgeldmenge beruht. Durch den Ankauf von Assets durch die Notenbanken bleibt das neue Geld solange bestehen, bis die Notenbanken diese Assets wieder verkaufen. Da es momentan nur darum geht, die Käufe einzudämmen, nicht rückgängig zu machen, sind die Preissteigerungen zB am Aktienmarkt dauerhaft.
(Ein Stoppen der Basisgeldmengenerhöhung würde dazu führen, daß Kapitalgüterpreise in den Sektoren relativ stärker steigen, in die das zuvor geschaffene Geld später gelangt)
Wenn die Menschen dies erkennen, und insbesondere erkennen, daß die anfänglichen "Notmaßnahmen" der Zentralbanken zu einer dauerhaften Institution werden, seigen die Preise prozentual stärker als die Geldmenge. Die Menschen, die jetzt noch darauf hoffen, daß Preise sinken, realisieren, daß ihr Euro niemals wieder an Kaufkraft gewinnt. Eine Wette auf die Kaufkraftverringerung (Verschuldung) wird zu einer sicheren Wette. Dann wird die Knappheit des Geldes beklagt und die Zentralbanken werden pflichtbewußt einspringen.
Der Anstieg derAktienkurse ist jedoch nicht zu Verwechseln mit einer realen Wersteigerung von Aktien. Der Preisanstieg spiegelt den dauerhaften Kaufkraftverlust des Geldes wieder. Aktien werden dabei sporadisch an Wert verlieren (insbsondere "kleine" Aktiengesellschaften), da im Zeitablauf erkannt wird, daß die verlangten Preise der Unternehmen zu niedrig waren bzw die Unternhemer realisieren, daß der Preis ihrer Vorprodukte gestiegen ist. Dies erklärt den relativ zu anderen Vermögensklassen geringere Anstieg der Aktienkurse und spiegelt den Kapitalverzehr der Unternehmen wieder. Kleinere Unternehmen haben naturgemäß geringere Rücklagen und derartige Kalkulationsfehler schlagen sich relativ stärker in ihrer Bilanz nieder.
Kapitalaufzehrung ist kennzeichnend für die momentane Situation aller heutigen Gesellschaften. Ob es Unternehmer sind, die sich über höhere Verkaufzahlen und Gewinne freuen, oder ein einfacher Arbeiter, der auf einer der staatlichen Großbaustellen arbeitet und sich freut, daß er 20euro statt 15 Euro Lohn erhält. De facto bezahlt er sich selber. Entweder über Steuern, nicht zurückgezahlte Bonds, die er kauft oder über eine geringere Kaufkraft seines Geldes (sein "Verlust" ist dabei auf jeden Fall höher als 5 Euro, weil das was er herstellt einen geringeren Wert als 15 Euro hat)
Alle leben in der Illusion des höheren Wohlstandes, der in Wirklichkeit alles andere als das so oft im Mund geführte Wort "nachhaltig" ist.
Zur Zeit hört man außergewöhnlich viele Menschen darüber diskutieren, ob die Preise an den Finanzmärkten nicht schön heißgelaufen sind und eine Blase entstanden ist, die zu platzen droht.
Dies ist nicht der Fall. Die momentane Situation ist eine andere als die zur Zeit der vergangenen bekannten "Blasen" (new economy, Immo-Markt). Diese waren kreditinduziert während der momentane Anstieg auf eine Erhöhung der Basisgeldmenge beruht. Durch den Ankauf von Assets durch die Notenbanken bleibt das neue Geld solange bestehen, bis die Notenbanken diese Assets wieder verkaufen. Da es momentan nur darum geht, die Käufe einzudämmen, nicht rückgängig zu machen, sind die Preissteigerungen zB am Aktienmarkt dauerhaft.
(Ein Stoppen der Basisgeldmengenerhöhung würde dazu führen, daß Kapitalgüterpreise in den Sektoren relativ stärker steigen, in die das zuvor geschaffene Geld später gelangt)
Wenn die Menschen dies erkennen, und insbesondere erkennen, daß die anfänglichen "Notmaßnahmen" der Zentralbanken zu einer dauerhaften Institution werden, seigen die Preise prozentual stärker als die Geldmenge. Die Menschen, die jetzt noch darauf hoffen, daß Preise sinken, realisieren, daß ihr Euro niemals wieder an Kaufkraft gewinnt. Eine Wette auf die Kaufkraftverringerung (Verschuldung) wird zu einer sicheren Wette. Dann wird die Knappheit des Geldes beklagt und die Zentralbanken werden pflichtbewußt einspringen.
Der Anstieg derAktienkurse ist jedoch nicht zu Verwechseln mit einer realen Wersteigerung von Aktien. Der Preisanstieg spiegelt den dauerhaften Kaufkraftverlust des Geldes wieder. Aktien werden dabei sporadisch an Wert verlieren (insbsondere "kleine" Aktiengesellschaften), da im Zeitablauf erkannt wird, daß die verlangten Preise der Unternehmen zu niedrig waren bzw die Unternhemer realisieren, daß der Preis ihrer Vorprodukte gestiegen ist. Dies erklärt den relativ zu anderen Vermögensklassen geringere Anstieg der Aktienkurse und spiegelt den Kapitalverzehr der Unternehmen wieder. Kleinere Unternehmen haben naturgemäß geringere Rücklagen und derartige Kalkulationsfehler schlagen sich relativ stärker in ihrer Bilanz nieder.
Kapitalaufzehrung ist kennzeichnend für die momentane Situation aller heutigen Gesellschaften. Ob es Unternehmer sind, die sich über höhere Verkaufzahlen und Gewinne freuen, oder ein einfacher Arbeiter, der auf einer der staatlichen Großbaustellen arbeitet und sich freut, daß er 20euro statt 15 Euro Lohn erhält. De facto bezahlt er sich selber. Entweder über Steuern, nicht zurückgezahlte Bonds, die er kauft oder über eine geringere Kaufkraft seines Geldes (sein "Verlust" ist dabei auf jeden Fall höher als 5 Euro, weil das was er herstellt einen geringeren Wert als 15 Euro hat)
Alle leben in der Illusion des höheren Wohlstandes, der in Wirklichkeit alles andere als das so oft im Mund geführte Wort "nachhaltig" ist.
Freitag, 1. März 2013
Konsum
Wenn ich mir heute diverse Kommentare in den bekanntesten Wirtschafts-Blogs anschaue, komme ich zu dem Schluß, daß das Nichtverstehen der Eigenart von Konsum der Hauptgrund der vorherrschenden Verwirrung ist.
sätze wie:
mit sinkenden Staatsausgaben sinkt auch die Wirtschaftsleistung ..
Griechenland spart sich mit den Ausgabenkürzungen in die Armut
zeigen, daß nicht verstanden wird, daß das Maß an Konsum (Wohlstand/Wirtschaftsleistung etc.) nicht von der psychologischen Befindlichkeit der Menschen oder von dem Ausmaß an Staatsaugaben abhängt.
Konsum bedeutet, daß vorher eine Produktion stattgefunden haben muß
(ich biete 2 Autos für ein Haus. meine Nachfrage nach Häusern wird bestimmt durch meinen Bestand an Autos)
Die Nachfrage kann auch nicht geringer sein als das Angebot, weil der Grund jedes Angebotes eine spätere Nachfrage ist.
(der Hausverkäufer wird zwar beklagen, daß sein gewünschter Preis von 3 Autos gegen sein Haus nicht zu erreichen ist=Nachfragemangel, meine Nachfrage richtet sich aber nur auf einen anderen Bereich, wenn ich stattdessen meine 2 Autos lieber gegen ein Schiff tausche. Der vorherige Schiffsbesitzer bestätigt nun durch sein Handeln, daß es zwar eine geringe Nachfrage nach Häusern gibt, aber gleichzeitig eine hohe Nachfrage nach Autos)
Der Konsum der Menschen kann somit nicht durch den Staat beeinflußt werden. Dieser erhält seine Mittel durch Steuern, d.h.diese Mittel können an anderer Stelle keine Nachfrage mehr sein.
Eine Konsumverzögerung bedeutet keine Konsumreduktion. Diese Mittel bedeuten eine sofortige Erhöhung der Investitionen (Sparen=Investitionen) und eine Steigerung des Konsums in der Zukunft. Die heutige Konsummöglichkeit ist also Resultat von Konsumverzicht.
sätze wie:
mit sinkenden Staatsausgaben sinkt auch die Wirtschaftsleistung ..
Griechenland spart sich mit den Ausgabenkürzungen in die Armut
zeigen, daß nicht verstanden wird, daß das Maß an Konsum (Wohlstand/Wirtschaftsleistung etc.) nicht von der psychologischen Befindlichkeit der Menschen oder von dem Ausmaß an Staatsaugaben abhängt.
Konsum bedeutet, daß vorher eine Produktion stattgefunden haben muß
(ich biete 2 Autos für ein Haus. meine Nachfrage nach Häusern wird bestimmt durch meinen Bestand an Autos)
Die Nachfrage kann auch nicht geringer sein als das Angebot, weil der Grund jedes Angebotes eine spätere Nachfrage ist.
(der Hausverkäufer wird zwar beklagen, daß sein gewünschter Preis von 3 Autos gegen sein Haus nicht zu erreichen ist=Nachfragemangel, meine Nachfrage richtet sich aber nur auf einen anderen Bereich, wenn ich stattdessen meine 2 Autos lieber gegen ein Schiff tausche. Der vorherige Schiffsbesitzer bestätigt nun durch sein Handeln, daß es zwar eine geringe Nachfrage nach Häusern gibt, aber gleichzeitig eine hohe Nachfrage nach Autos)
Der Konsum der Menschen kann somit nicht durch den Staat beeinflußt werden. Dieser erhält seine Mittel durch Steuern, d.h.diese Mittel können an anderer Stelle keine Nachfrage mehr sein.
Eine Konsumverzögerung bedeutet keine Konsumreduktion. Diese Mittel bedeuten eine sofortige Erhöhung der Investitionen (Sparen=Investitionen) und eine Steigerung des Konsums in der Zukunft. Die heutige Konsummöglichkeit ist also Resultat von Konsumverzicht.
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Verstaatlichung der Banken
«Das ist der erste große Schritt für eine Bankenunion», so
Barnier. Die EZB soll nur für Geldhäuser mit mehr als 30 Milliarden Euro
Bilanzsumme zuständig sein. Die Notenbank soll aber das Recht haben,
notfalls bei jeder der 6000 Banken im gemeinsamen Währungsgebiet
durchzugreifen. «Es gibt die totale Information der EZB», meinte
Kommissar Barnier.
Damit ist die Verstaatlichung eines wesentlichen Teils der Produktionsmittel (Definition von einer sozialistischen Form der Gesellschaft) durchgeführt. Dabei bleibt zwar der größte Teil des Eigentums offiziell in privater Hand, was mit diesem Eigentum geschieht, wird vom Staat bestimmt. Damit wird der Unternehmer zum weisungsgebundenen Diener. Ob ein Unternehmer nun einen Kredit von seiner Bank bekommt, ist letztendlich nicht mehr vom unternehmerischen Kalkül bzw Gewinn und Verlustrechnung abhängig, sondern von der willkürlichen Entscheidung einer Behörde.
Und zwar von jener Behörde, welche vor ca zehn Jahren das politische Konstrukt des Euros als "Fiat"-Currency durchgesetzt hat. Eurostat hat die "Europatauglichkeit" der griechischen Regierung geprüft und für gut befunden. Im Anschluß daran eine de facto Garantie für den Ankauf von südländischen Staatsanleihen gegeben, welche reichlich ausgenutzt wurde und jene Regierungen die Ausgaben ermöglichte, die heute das Problem sind.
Diese Behörde soll nun entscheiden, welche Handlung gut oder schlecht ist, ob Mittel einem Unternehmen oder dem Staat zufließen. Man muß kein Prophet sein, welche Anlageform in Zukunft von den Banken bevorzugt wird.
Diese Regelung betrifft in gleichem Maße kleinere Banken, welche noch von der Verstaatlichung ausgenommen sind, da sie mit anderen Banken konkurrieren, welche de facto Behörden geworden und somit nicht mehr einer unternehmerischen Kalkulation unterworfen sind.
Damit ist die Verstaatlichung eines wesentlichen Teils der Produktionsmittel (Definition von einer sozialistischen Form der Gesellschaft) durchgeführt. Dabei bleibt zwar der größte Teil des Eigentums offiziell in privater Hand, was mit diesem Eigentum geschieht, wird vom Staat bestimmt. Damit wird der Unternehmer zum weisungsgebundenen Diener. Ob ein Unternehmer nun einen Kredit von seiner Bank bekommt, ist letztendlich nicht mehr vom unternehmerischen Kalkül bzw Gewinn und Verlustrechnung abhängig, sondern von der willkürlichen Entscheidung einer Behörde.
Und zwar von jener Behörde, welche vor ca zehn Jahren das politische Konstrukt des Euros als "Fiat"-Currency durchgesetzt hat. Eurostat hat die "Europatauglichkeit" der griechischen Regierung geprüft und für gut befunden. Im Anschluß daran eine de facto Garantie für den Ankauf von südländischen Staatsanleihen gegeben, welche reichlich ausgenutzt wurde und jene Regierungen die Ausgaben ermöglichte, die heute das Problem sind.
Diese Behörde soll nun entscheiden, welche Handlung gut oder schlecht ist, ob Mittel einem Unternehmen oder dem Staat zufließen. Man muß kein Prophet sein, welche Anlageform in Zukunft von den Banken bevorzugt wird.
Diese Regelung betrifft in gleichem Maße kleinere Banken, welche noch von der Verstaatlichung ausgenommen sind, da sie mit anderen Banken konkurrieren, welche de facto Behörden geworden und somit nicht mehr einer unternehmerischen Kalkulation unterworfen sind.
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Fördern Fördern
"Industrieunternehmen mit hohem Energieverbrauch
erhalten künftig einen Ausgleich für die Strompreiserhöhungen, die sich
ab 2013 aus dem europäischen Emissionshandel ergeben. Die
Bundesregierung billigte am Donnerstag eine entsprechende
Förderrichtlinie.
Danach soll stromintensiven Unternehmen ein Großteil
jener Kosten erstattet werden, die von Januar 2013 an wegen des
europäischen Emissionshandels auf den Strompreis umgelegt werden. Die
Regelung stützt sich auf eine EU-Richtlinie zur sogenannten
CO2-Kompensation.Auf die Stromkunden kommen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums dadurch keine neuen Kosten zu."
Keine Kosten? Mich würde interessieren, wie die Bundesregierung diese Förderungen bezahlt, wenn nicht aus Steuergeldern.
Schwer zu verstehen, wie diese Meldung als Randnotitz in diversen Zeitungen unkommentiert abgedruckt wird ohne einen Sturm der Entrüstung hervorzurufen.
Zuerst wird ein Gesetz verabschiedet, daß den Verbrauch von Umweltressourcen mit Kosten verbindet. Dann wird ein Gestz verabschiedet, daß Steuerzahler diese Kosten für diejenigen übernehmen, die die Umwelt besonders stark verschmutzen. Man muß sich also anstrengen, die Umwelt besonders stark zu verschmutzen, um Kosten zu vermeiden. Gleichzeitig sind durch die Einführung des ersten Gestzes die Kosten meiner Wettbewerber aus dem Mittelstand gestiegen.
Das Argument "die hohen Kosten vernichten Arbeitsplätze" ist so abwegig, daß mir die Lust fehlt es zu kommentieren.
Aber warum nicht jedes Unternehmen sagen wir 10% seiner Kosten vom Staat erstatten lassen. Dann können sie billiger anbieten als ohne diese Maßnahme und sind wettbewersfähiger.
Kabinett beschließt Strompreisbeihilfen für die Industrie
Berlin (dpa) - Industrieunternehmen mit
hohem Energieverbrauch erhalten künftig einen Ausgleich für die
Strompreiserhöhungen, die sich ab 2013 aus dem europäischen
Emissionshandel ergeben. Die Bundesregierung billigte eine entsprechende
Förderrichtlinie. Auf die Stromkunden kommen nach Angaben des
Wirtschaftsministeriums dadurch keine neuen Kosten zu.
06.12.2012 - 11:02 UHR | Schlaglichter
Kabinett beschließt Strompreisbeihilfen für die Industrie
Berlin (dpa) - Industrieunternehmen mit hohem Energieverbrauch erhalten künftig einen Ausgleich für die Strompreiserhöhungen, die sich ab 2013 aus dem europäischen Emissionshandel ergeben. Die Bundesregierung billigte eine entsprechende Förderrichtlinie. Auf die Stromkunden kommen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums dadurch keine neuen Kosten z
Industrieunternehmen mit hohem Energieverbrauch
erhalten künftig einen Ausgleich für die Strompreiserhöhungen, die sich
ab 2013 aus dem europäischen Emissionshandel ergeben. Die
Bundesregierung billigte am Donnerstag eine entsprechende
Förderrichtlinie.
Danach soll stromintensiven Unternehmen ein Großteil
jener Kosten erstattet werden, die von Januar 2013 an wegen des
europäischen Emissionshandels auf den Strompreis umgelegt werden. Die
Regelung stützt sich auf eine EU-Richtlinie zur sogenannten
CO2-Kompensation.Auf die Stromkunden kommen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums dadurch keine neuen Kosten zu.
Mittwoch, 13. Juni 2012
unvermeidliches.....
Kommentatoren wundern sich, daß die Wirkung der letzten staatlichen Hilfsmaßnahme an den Märkten so gering und so kurz ist. Die Logik ist die, daß die Absicherung nur hoch genug sein muß, dann verschwinden alle Probleme (Ansteckung wird vermieden).
Dies ist eine sehr kindliche Betrachtungsweise, da die Rückwirkungen der eigenen Handlung auf die Einschätzung der Menschen komplett ausgeblendet wird. Erwarten diese eine Finanzierung über eine Geldmengenausweitung, so steigen ihre Inflationserwartungen und sie sind beispielsweise noch weniger gewillt, ihr Geld für 4% an den spanischen Staat zu verleihen.
Ein kreditfinanzierter Boom kann also unmöglich aufrecht erhalten werden.
Hat beispielsweise eine Bank Geld zu 5% an Betreiber einer Solarstromanlage verliehen, so trägt diese das Risiko der Kaufkraftminderung und eine Inflation von mehr als 5% führt zu einem realen Verlust der Bank.
Darauf kann man einwenden, daß die Bank das Geld selbst wiederum für 1% von der Notenbank erhält und sie somit das Risiko weitergibt. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich eine derartige Zinspolitik nicht mehr aufrechterhalten läßt. Je höher die Preise, desto mehr Nachfrage nach dem 1%-Geld und desto stärker steigen die Preise usw......
Dieses Phänomen erklärt die derzeitige Spekulationsblase an den Anleihemärkten und die Lethargie an den Aktienmärkten. An letzteren können die derzeitigen Aktienbesitzer mit Leichtigkeit bei den extrem geringen Umsätzen die Kurse stabilisieren, indem sie sich einfach billiges Geld leihen und zukaufen. Zudem bewirkt diese Geldmengenausweitung, daß Aktien (Realwerte) attraktiver werden.
An den Anleihemärkten erklärt dies die irrationale Haltung sein Geld zu 1% zu verleihen, obwohl die Inflationsrate offiziell bei 2,5% ist. Man finden einen noch irrationaleren der einem selbst zu noch günstigeren Konditionen Geld leiht..........
Dies ist eine sehr kindliche Betrachtungsweise, da die Rückwirkungen der eigenen Handlung auf die Einschätzung der Menschen komplett ausgeblendet wird. Erwarten diese eine Finanzierung über eine Geldmengenausweitung, so steigen ihre Inflationserwartungen und sie sind beispielsweise noch weniger gewillt, ihr Geld für 4% an den spanischen Staat zu verleihen.
Ein kreditfinanzierter Boom kann also unmöglich aufrecht erhalten werden.
Hat beispielsweise eine Bank Geld zu 5% an Betreiber einer Solarstromanlage verliehen, so trägt diese das Risiko der Kaufkraftminderung und eine Inflation von mehr als 5% führt zu einem realen Verlust der Bank.
Darauf kann man einwenden, daß die Bank das Geld selbst wiederum für 1% von der Notenbank erhält und sie somit das Risiko weitergibt. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich eine derartige Zinspolitik nicht mehr aufrechterhalten läßt. Je höher die Preise, desto mehr Nachfrage nach dem 1%-Geld und desto stärker steigen die Preise usw......
Dieses Phänomen erklärt die derzeitige Spekulationsblase an den Anleihemärkten und die Lethargie an den Aktienmärkten. An letzteren können die derzeitigen Aktienbesitzer mit Leichtigkeit bei den extrem geringen Umsätzen die Kurse stabilisieren, indem sie sich einfach billiges Geld leihen und zukaufen. Zudem bewirkt diese Geldmengenausweitung, daß Aktien (Realwerte) attraktiver werden.
An den Anleihemärkten erklärt dies die irrationale Haltung sein Geld zu 1% zu verleihen, obwohl die Inflationsrate offiziell bei 2,5% ist. Man finden einen noch irrationaleren der einem selbst zu noch günstigeren Konditionen Geld leiht..........
Sonntag, 10. Juni 2012
Spanien unter dem Schirm
Heute wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, daß spanische Banken Hilfsgelder von der EU in Höhe von ca 100mrd Euro zu erwarten haben (geliehen aus Mitteln des "Rettungsschirms").
Es ist schon merkwürdig, daß in den Medien nicht die Frage gestellt wird, warum nun eigentlich der spanische Staat (über den Trick der direkten Vergabe an Banken offiziell nicht hilfebedürftig) doch Hilfsgelder braucht, obwohl dieser doch nun nicht angesteckt werden konnte, da doch dem griechischen Staat geholfen wurde.
Die zweite Frage, die sich aufdrängt: wer zahlt die 100mrd? Schäuble versichert wiederum, daß keiner etwas zahlt, da es sich um ein verzinstes Darlehen handelt.
Fehlen diese 100Mrd anderen Bürgern in der EU an Kaufkraft. Hilft dies der Konjunktur? Warum steigt der Euro nun nicht?
Diese Gelder werden nicht über Steuern finanziert, sondern über Geldmengenvermehrung. Diese bedeutet eine Abwertung, eine Kaufkraftminderung des vorhandenen Geldes, Unternehmer können weniger Produkte gewinnbringend verkaufen oder wenn sie die Kaufkraftminderung nicht antizipieren, verkaufen sie "zu billig",d.h. sie wissen nicht, daß ihre Vorprodukte im Preis gestiegen sind und ein größerer Teil des Gewinns ist nur scheinbar. Dies wiederum hat langfristig negative Folgen, da ein Teil des Kapitals aufgezehrt wird (insbes.sinkende Reallöhne). Nicht zuletzt verstärkt die neuerliche Geldflut die Zinsverzerrung und somit den business-cycle.
Doch die Börsenkurse deutscher Unternehmen steigen. Man bejubelt die Tatsache, daß man ärmer wurde.....
P.S: Hier noch ein Zitat des liberalen Wirtschaftsministers P.Rösler: "ein richtiger und notwendiger Schritt um die Finanzmärkte zu stabilisieren und Ansteckungen zu vermeiden"
Ich glaube die verantwortlichen Entscheidungsträger wundern sich insgeheim selbst über das, was die Bevölkerung bereit ist zu akzeptieren.
Man kann den Grad der Abstumpfung vielleicht ermessen, wenn man sich vorstellt, wie die Reaktion der Menschen vor 12 Jahren auf eine Tagesschaumeldung folgender Art gewesen wäre: "Leider muß die deutsche Regierung spanische Banken helfen, die zweihunderttausendmillionen Mark veruntreut haben, da diese und ihre deutschen Kollegen sonst nicht weitermachen können und es allen Bundesbürgern sonst richtig schlecht gehen würde".
Es ist schon merkwürdig, daß in den Medien nicht die Frage gestellt wird, warum nun eigentlich der spanische Staat (über den Trick der direkten Vergabe an Banken offiziell nicht hilfebedürftig) doch Hilfsgelder braucht, obwohl dieser doch nun nicht angesteckt werden konnte, da doch dem griechischen Staat geholfen wurde.
Die zweite Frage, die sich aufdrängt: wer zahlt die 100mrd? Schäuble versichert wiederum, daß keiner etwas zahlt, da es sich um ein verzinstes Darlehen handelt.
Fehlen diese 100Mrd anderen Bürgern in der EU an Kaufkraft. Hilft dies der Konjunktur? Warum steigt der Euro nun nicht?
Diese Gelder werden nicht über Steuern finanziert, sondern über Geldmengenvermehrung. Diese bedeutet eine Abwertung, eine Kaufkraftminderung des vorhandenen Geldes, Unternehmer können weniger Produkte gewinnbringend verkaufen oder wenn sie die Kaufkraftminderung nicht antizipieren, verkaufen sie "zu billig",d.h. sie wissen nicht, daß ihre Vorprodukte im Preis gestiegen sind und ein größerer Teil des Gewinns ist nur scheinbar. Dies wiederum hat langfristig negative Folgen, da ein Teil des Kapitals aufgezehrt wird (insbes.sinkende Reallöhne). Nicht zuletzt verstärkt die neuerliche Geldflut die Zinsverzerrung und somit den business-cycle.
Doch die Börsenkurse deutscher Unternehmen steigen. Man bejubelt die Tatsache, daß man ärmer wurde.....
P.S: Hier noch ein Zitat des liberalen Wirtschaftsministers P.Rösler: "ein richtiger und notwendiger Schritt um die Finanzmärkte zu stabilisieren und Ansteckungen zu vermeiden"
Ich glaube die verantwortlichen Entscheidungsträger wundern sich insgeheim selbst über das, was die Bevölkerung bereit ist zu akzeptieren.
Man kann den Grad der Abstumpfung vielleicht ermessen, wenn man sich vorstellt, wie die Reaktion der Menschen vor 12 Jahren auf eine Tagesschaumeldung folgender Art gewesen wäre: "Leider muß die deutsche Regierung spanische Banken helfen, die zweihunderttausendmillionen Mark veruntreut haben, da diese und ihre deutschen Kollegen sonst nicht weitermachen können und es allen Bundesbürgern sonst richtig schlecht gehen würde".
Mittwoch, 4. April 2012
Solarförderung und Wirtschaftsboom
In diesem Jahr wird die Solarbranche vom Bund mit 22Millarden Euro bezuschußt. Das bedeutet, das die achso zukunftssicheren Arbeitsplätze in der Zukunftstechnologie mit ca 160000 Euro im Jahr subventioniert werden. Das diese eben nicht sicher sind, zeigt die jüngste Pleitewelle von Solarfirmen (q-cells, Solon,Solar Millenium, Solarhybrid). Deren Kursentwicklung an der Börse hat dies seit ca 3 Jahren angezeigt. Warum war diese Entwicklung seit langem vorauszusehen?
Weil absehbar war, das die Kosten ins unermeßliche steigen und es eine Frage der Zeit war, bis der Staat die Förderung reduzieren mußte. Die geplante Reduktion entspricht bislang etwa 15%des Umsatzes was deutlich macht, das eine minimale Verschlechterung der Bedingungen eine sehr große Wirkung nach sich zieht. Dies wiederum ist logische Konsequenz von rational handelnden Wirtschaftssubjekten. Man stelle sich vor, eine Solaranlage kostet dem Verbraucher ohne staatlichen Eingriff 5000 Euro. Der Staat beschließt nun den Ertrag dieser Anlage für 6000 Euro abzukaufen.Der schlußendliche Ertrag ist somit nicht mehr unsicher und nicht mehr durch möglichst gute unternehmerische Weitsicht vorauszusehen. Die Produktion wird nun soweit ausgedehnt, bis die Kosten dieser Anlagen der Zahlungsbereitschaft von 6000 Euro entsprechen. Dies verdeutlicht nocheinmal den subjektiven Charakter von Kosten. Wenn nun auf der anderen Seite die Kosten aufgrund des technischen Fortschrittes sinken, bedeutet dies eine ungeheure Ausweitung der Produktion und der Staat muß ganze Hektar an neuen Anlagen bezuschussen, was bedeutet, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Förderung eingeschränkt werden muß. Nun haben sich die Akteure aber darauf eingestellt, das eine derartige Anlage 6000Euro wert ist, und haben die Produktion bis an die Grenze ausgedehnt. Dies bedeutet, daß sich jede Subventionskürzung sofort in Überkapazitäten sichtbar macht und offenbart, das überinvestiert wurde.
Die Analogie zu Gesamtwirtschaft und ihres Investitionsboomes besteht darin, das nicht mit "echten" Kosten kalkuliert wird. Wenn man aufgrund eines staatlichen Eingriffes in Form einer Zinssenkung Projekte realisiert deren Verzinsung unterhalb des Marktzinses liegt, der vor dem Eingriff Kalkulationsgrundlage war, wird deren verschwenderische Charakter dann deutlich, wenn der Zins beginnt zu steigen.
Weil absehbar war, das die Kosten ins unermeßliche steigen und es eine Frage der Zeit war, bis der Staat die Förderung reduzieren mußte. Die geplante Reduktion entspricht bislang etwa 15%des Umsatzes was deutlich macht, das eine minimale Verschlechterung der Bedingungen eine sehr große Wirkung nach sich zieht. Dies wiederum ist logische Konsequenz von rational handelnden Wirtschaftssubjekten. Man stelle sich vor, eine Solaranlage kostet dem Verbraucher ohne staatlichen Eingriff 5000 Euro. Der Staat beschließt nun den Ertrag dieser Anlage für 6000 Euro abzukaufen.Der schlußendliche Ertrag ist somit nicht mehr unsicher und nicht mehr durch möglichst gute unternehmerische Weitsicht vorauszusehen. Die Produktion wird nun soweit ausgedehnt, bis die Kosten dieser Anlagen der Zahlungsbereitschaft von 6000 Euro entsprechen. Dies verdeutlicht nocheinmal den subjektiven Charakter von Kosten. Wenn nun auf der anderen Seite die Kosten aufgrund des technischen Fortschrittes sinken, bedeutet dies eine ungeheure Ausweitung der Produktion und der Staat muß ganze Hektar an neuen Anlagen bezuschussen, was bedeutet, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Förderung eingeschränkt werden muß. Nun haben sich die Akteure aber darauf eingestellt, das eine derartige Anlage 6000Euro wert ist, und haben die Produktion bis an die Grenze ausgedehnt. Dies bedeutet, daß sich jede Subventionskürzung sofort in Überkapazitäten sichtbar macht und offenbart, das überinvestiert wurde.
Die Analogie zu Gesamtwirtschaft und ihres Investitionsboomes besteht darin, das nicht mit "echten" Kosten kalkuliert wird. Wenn man aufgrund eines staatlichen Eingriffes in Form einer Zinssenkung Projekte realisiert deren Verzinsung unterhalb des Marktzinses liegt, der vor dem Eingriff Kalkulationsgrundlage war, wird deren verschwenderische Charakter dann deutlich, wenn der Zins beginnt zu steigen.
Donnerstag, 29. März 2012
Die Billionen-Brandmauer
Der OECD-Think Tank fordert nun die Ausweitung des "Rettungschirmes" auf 1000Millarden Euro, um die Märkte zufrieden zu stellen.
Der aufmerksame Leser wird feststellen, das dieser Schritt für mich nicht unerwartet kommt. Warum wird auch eine Bürgschaft von 1000Billionen nicht ausreichen?
Weil die Bereitschaft Geschenke anzunehmen unendlich ist.
Die Einstellung "ich leihe xy nur zu 6% Zinsen Geld und nicht zu5%" kein Angriff auf irgendjemanden ist, sondern Ausdruck meiner Präferenzen. Wenn diese 1% Differenz von einem Dritten übernommen werden, ist dies ein Geschenk an mich und ändert meine Präferenzen nicht (ich bin weiterhin nur bereit für 5% zu verleihen). Kreditgeber und Kreditnehmer teilen sich dieses Geschenk und sind im üblichen Sprachgebrauch "der Markt". Zu diesem Markt müßte man ehrlicherweise einen direkt Beteiligten hinzuzählen, nämlich denjenigen, dem diese 1% weggenommen werden.
Das dieses System des Verschenkens und Stehlens nicht "nachhaltig" sein kann, muß nicht nocheinmal beschrieben werden (einerseits größere Bereitschaft zum Ausleihen, andererseits immer geringere Bereitschaft des realen Leihens, verstärkt durch den unvermeidlichen Preiseffekt).
Betont werden muß aber der Charakter der Parteilichkeit und der Vetternwirstchaft. Man spricht gerne vom"Markt" zu verschleiern, das es eine bestimmte Klientel ist, die in unverschämter Weise vom Staat bevorzugt wird. Wenn dem nicht so ist, möge man mir bitte auch eine Millarde Euro zu einem Zins von 0,25% leihen, und ich verspreche diese Millarde der spanischen Regierung zu einem Zins von 5% zur Verfügung zu stellen, falls meine Millarde durch die Brandmauer abgesichert ist, vielen dank......
Wenn man vor diesem Hintergrund die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer betrachtet, wird alles noch absurder. Staatliche Anleihen werden ausgenommen, d.h. jemand, der eine Aktie kaufen will, wird bestraft und soll dazu getrieben werden, spanische Anleihen zu einem Kurs von 4% zu kaufen.
Wird staatlicherseits versucht den Aktienmarkt zu stabilisieren, betreibt man zumindest keine so explizite Subventionierung einzelner Gruppen wie im Fall der Aufkäufe staatlicher Anleihen durch die Notenbank.
siehe folgendes Interview mit einem Mann vom Fach im Deutschlandfunk:
Gabi Wuttke: Der Fiskalpakt, aber auch der zweite Euro-Rettungsschirm - heute debattiert der Bundestag in erster Lesung über sehr, sehr viel Geld. Das Ja der Kanzlerin, den Rest aus dem ersten Rettungsschirm bereitzuhalten, während der ESM für die nachhaltige Stabilisierung Europas sorgen soll, das dürfte im Mittelpunkt stehen. Am Telefon ist der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Henrik Enderlein von der Hertie School of Governance, einen schönen guten Morgen!
Henrik Enderlein: Guten Morgen!
Wuttke: Sie haben schon länger für diese Zusammenlegung plädiert. Warum ist das für Sie die richtige Entscheidung?
Enderlein: Ja, es gibt zwei zentrale Gründe: Der erste ist, dass wir immer noch nicht einen Rettungsschirm haben, der groß genug ist, um den Finanzmärkten klar zu signalisieren, dass in Spanien, in Italien, in Griechenland, in Portugal und in Irland nichts mehr anbrennen kann. Diese 500 Milliarden, die bislang auf dem Tisch waren, die waren einfach immer zu wenig, um die Märkte zu überzeugen, auch weil sie zu spät kamen, um die Märkte zu überzeugen, dass diese Krise vorbei ist. Der zweite wichtige Aspekt ist: Jetzt sieht es so aus, als könnte sich die Krise langsam beruhigen. Das heißt, die Flammen lodern nicht mehr, sondern es ist nur noch glimmende Glut. Und da hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man nimmt das Risiko in Kauf, dass es wieder loslodert, und fängt erst dann an zu löschen, oder man erstickt die Glut und sorgt dafür, dass das Feuer aus ist.
Wuttke: Wenn Sie ein ganz klein bisschen optimistisch sind, warum fordern dann die OECD plötzlich eine Brandmauer von einer Billion?
Enderlein: Na, aus dem gleichen Grund, den ich gerade angesprochen habe: Es geht ja hier nicht um Geld, das man verliert, es geht um Garantien. Das heißt, Deutschland könnte heute ein Signal setzen und sagen, wir haben es mit dieser Euro-Rettung immer ernst gemeint. Und gerade jetzt am Schluss, wo man merkt, die Krise könnte sich beruhigen, geht es darum zu sagen, jetzt schieben wir noch mal den nötigen Schwung an Garantien hinterher, damit auch klar ist, jetzt ist diese Krise vorbei. Wenn man das jetzt nicht tut, wenn man jetzt wieder zaudert, dann kommt ein Moment, wo wieder die Frage gestellt wird, ja, meinen es die Deutschen denn ernst, ja, wie stehen denn die Deutschen da, wenn plötzlich in Spanien ein Problem entsteht? Und dann ist die Krise ganz automatisch wieder da. In den letzten zwei Jahren haben wir immer dieses Spiel gehabt, dass lange gezaudert wurde, dass oft Entscheidungen zu spät getroffen wurden und dass wir die Krise deshalb über zwei Jahre verschleppt haben. Das hat viel an Wachstumsprozenten gekostet, das hat auf den Aktienmärkten zu deutlichen Einbrüchen geführt, die Unternehmen haben weniger produziert und umgesetzt. Diese Kosten sollten wir auch in Betracht ziehen, wenn wir eine Gesamtbilanz dieser Krise im Augenblick versuchen herzustellen.
Der aufmerksame Leser wird feststellen, das dieser Schritt für mich nicht unerwartet kommt. Warum wird auch eine Bürgschaft von 1000Billionen nicht ausreichen?
Weil die Bereitschaft Geschenke anzunehmen unendlich ist.
Die Einstellung "ich leihe xy nur zu 6% Zinsen Geld und nicht zu5%" kein Angriff auf irgendjemanden ist, sondern Ausdruck meiner Präferenzen. Wenn diese 1% Differenz von einem Dritten übernommen werden, ist dies ein Geschenk an mich und ändert meine Präferenzen nicht (ich bin weiterhin nur bereit für 5% zu verleihen). Kreditgeber und Kreditnehmer teilen sich dieses Geschenk und sind im üblichen Sprachgebrauch "der Markt". Zu diesem Markt müßte man ehrlicherweise einen direkt Beteiligten hinzuzählen, nämlich denjenigen, dem diese 1% weggenommen werden.
Das dieses System des Verschenkens und Stehlens nicht "nachhaltig" sein kann, muß nicht nocheinmal beschrieben werden (einerseits größere Bereitschaft zum Ausleihen, andererseits immer geringere Bereitschaft des realen Leihens, verstärkt durch den unvermeidlichen Preiseffekt).
Betont werden muß aber der Charakter der Parteilichkeit und der Vetternwirstchaft. Man spricht gerne vom"Markt" zu verschleiern, das es eine bestimmte Klientel ist, die in unverschämter Weise vom Staat bevorzugt wird. Wenn dem nicht so ist, möge man mir bitte auch eine Millarde Euro zu einem Zins von 0,25% leihen, und ich verspreche diese Millarde der spanischen Regierung zu einem Zins von 5% zur Verfügung zu stellen, falls meine Millarde durch die Brandmauer abgesichert ist, vielen dank......
Wenn man vor diesem Hintergrund die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer betrachtet, wird alles noch absurder. Staatliche Anleihen werden ausgenommen, d.h. jemand, der eine Aktie kaufen will, wird bestraft und soll dazu getrieben werden, spanische Anleihen zu einem Kurs von 4% zu kaufen.
Wird staatlicherseits versucht den Aktienmarkt zu stabilisieren, betreibt man zumindest keine so explizite Subventionierung einzelner Gruppen wie im Fall der Aufkäufe staatlicher Anleihen durch die Notenbank.
siehe folgendes Interview mit einem Mann vom Fach im Deutschlandfunk:
Wirtschaftswissenschaftler plädiert für Erhöhung der deutschen Haftung beim Stabilitätsmechanismus
Henrik Enderlein im Gespräch mit Gabi Wuttke
Das derzeitige Volumen des Rettungsschirms sei nicht groß genug, um das Vertrauen der Finanzmärkte zu gewinnen, sagte Henrik Enderlein von der Hertie School of Governance. Deutschland könne ein Signal setzen und dafür sorgen, "dass das Feuer aus ist".Gabi Wuttke: Der Fiskalpakt, aber auch der zweite Euro-Rettungsschirm - heute debattiert der Bundestag in erster Lesung über sehr, sehr viel Geld. Das Ja der Kanzlerin, den Rest aus dem ersten Rettungsschirm bereitzuhalten, während der ESM für die nachhaltige Stabilisierung Europas sorgen soll, das dürfte im Mittelpunkt stehen. Am Telefon ist der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Henrik Enderlein von der Hertie School of Governance, einen schönen guten Morgen!
Henrik Enderlein: Guten Morgen!
Wuttke: Sie haben schon länger für diese Zusammenlegung plädiert. Warum ist das für Sie die richtige Entscheidung?
Enderlein: Ja, es gibt zwei zentrale Gründe: Der erste ist, dass wir immer noch nicht einen Rettungsschirm haben, der groß genug ist, um den Finanzmärkten klar zu signalisieren, dass in Spanien, in Italien, in Griechenland, in Portugal und in Irland nichts mehr anbrennen kann. Diese 500 Milliarden, die bislang auf dem Tisch waren, die waren einfach immer zu wenig, um die Märkte zu überzeugen, auch weil sie zu spät kamen, um die Märkte zu überzeugen, dass diese Krise vorbei ist. Der zweite wichtige Aspekt ist: Jetzt sieht es so aus, als könnte sich die Krise langsam beruhigen. Das heißt, die Flammen lodern nicht mehr, sondern es ist nur noch glimmende Glut. Und da hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man nimmt das Risiko in Kauf, dass es wieder loslodert, und fängt erst dann an zu löschen, oder man erstickt die Glut und sorgt dafür, dass das Feuer aus ist.
Wuttke: Wenn Sie ein ganz klein bisschen optimistisch sind, warum fordern dann die OECD plötzlich eine Brandmauer von einer Billion?
Enderlein: Na, aus dem gleichen Grund, den ich gerade angesprochen habe: Es geht ja hier nicht um Geld, das man verliert, es geht um Garantien. Das heißt, Deutschland könnte heute ein Signal setzen und sagen, wir haben es mit dieser Euro-Rettung immer ernst gemeint. Und gerade jetzt am Schluss, wo man merkt, die Krise könnte sich beruhigen, geht es darum zu sagen, jetzt schieben wir noch mal den nötigen Schwung an Garantien hinterher, damit auch klar ist, jetzt ist diese Krise vorbei. Wenn man das jetzt nicht tut, wenn man jetzt wieder zaudert, dann kommt ein Moment, wo wieder die Frage gestellt wird, ja, meinen es die Deutschen denn ernst, ja, wie stehen denn die Deutschen da, wenn plötzlich in Spanien ein Problem entsteht? Und dann ist die Krise ganz automatisch wieder da. In den letzten zwei Jahren haben wir immer dieses Spiel gehabt, dass lange gezaudert wurde, dass oft Entscheidungen zu spät getroffen wurden und dass wir die Krise deshalb über zwei Jahre verschleppt haben. Das hat viel an Wachstumsprozenten gekostet, das hat auf den Aktienmärkten zu deutlichen Einbrüchen geführt, die Unternehmen haben weniger produziert und umgesetzt. Diese Kosten sollten wir auch in Betracht ziehen, wenn wir eine Gesamtbilanz dieser Krise im Augenblick versuchen herzustellen.
Donnerstag, 1. März 2012
Kettenbrief Teil 2
Die mediale Berichterstattung über die neuerliche Zuteilung eines 500mrd Euro (300mrd mehr als vorher) "Tenders" seitens der EZB an die Geschäftsbanken kann nur erstaunen. Es wird über Höhe und Art des Kredites berichtet und daß die Geschäftsbanken "jubeln". Keine Frage danach, woher das Geld kommt und ob diese Aktion für irgendwelche Menschen Nachteile mitsich bringt.
Die Kredite der EZB sind nicht möglich, weil diese die Mittel gespart oder erwirtschaftet hat, sondern sie werden aus dem nichts geschaffen, d.h. der gleichen Menge von Gütern steht eine erhöhte Menge an Euro gegenüber. Die Preise sind infolge dieser Aktion höher als sie sonst sein würden. Nun kann man einwenden, daß es sich nur um einen Kredit handelt, die irgendwann zurückgezahlt werden, und somit die Preise wieder sinken. selbst wenn dem so wäre müßte man fragen, ob es gerechtfertigt ist, daß sich der Staat die Dinge für 3 Jahre de facto umsonst ausleiht.
Aber besteht wirklich ein Unterschied zwischen neuen Krediten und dem Drucken von neuem und direktem Kaufen von Dingen?Keiner, wenn sicher ist, daß der Kredit nach dem Auslaufen verlängert wird, bzw wenn das Risiko der Anlage vom Staat übernommen wird. So wird auch jetzt schon der Großteil des neuen Kredites zur Tilgung der alten Schulden verwendet (sowohl Staatsseitig als auch auf seiten der Banken). Eine Rückzahlung der heutigen neuen Schulden ist ebenso nur möglich, wenn man in der Zukunft noch mehr Kredite aufnimmt. Dies erklärt sich aus dem konsumtiven Charakter der Saatstätigkeit und hat nichts zu tun mit einem wie immer definiertem Zinseszinsproblem. So ist eine auch über Jahrzehnte erfolgende immer höhere Verschuldung kein Problem, wenn diese Mittel investiert werden und die Zinsen mit den Einnahmen aus den Investitionen getilgt werden können (siehe Mittelfluß von Europa nach Amerika Ende des 19Jh zum Bau der dortigen Infrastruktur). So sind die heutigen Diskussionen über die Art und Weise der Regulierung des griechischen Staatshaushaltes makulatur, da es nur eine Frage der Zeit ist, bis die neuerlichen Hilfsgelder aufgebraucht sind. Zudem birgt der Sachverhalt einen Wiederspruch in sich, daß der griechische Staat einerseits mehr Mittel erhalten soll, als er freiwillig geliehen bekommt, andererseits aber so reglementiert werden soll, daß er alle Gelder zurückzahlen kann. Wen dies erreicht wird, besteht kein Unterschied zur "freiwiligen" Lösung.
Die jüngsten Zinssenkungen auf dem Markt für Staatsanleihen lassen sich so erklären, die Zusicherung weiterer Kredite allein haben dazu nicht ausgereicht.(selbst wenn ich zinsarbitrage- gewinne garantiert bekomme, verleihe ich nicht, wenn ich davon ausgehe, daß ich mein geld nicht wieder bekomme). erst als signalisiert wurde, daß die EZB schlussendlich Wertpapiere aufkauft, war man bereit zu einem geringeren Zins Geld an Staaten zu verleihen.
Grundproblem ist die ausweitung kurzfristiger Kredite und die anlage dieser Mittel in langfristige Assets.
Man hofft, daß seine Anlage zum Zeitpunkt der Kreditrückzahlung höher bewertet ist als ursprünglich. Wenn die ersten Rückzahlungen geleistet werden müssen, bedeutet dies Verkäufe und tendenziell sinkende Asset-preise. Dies bewirkt jedoch, daß die "Späteinstiger" ihren kurzfristigen Kredit nicht mehr bedienen können usw. (Teilreserve-System). Was bewirkt nun die Bekämpfung dieser "Krise" mit noch mehr Kredit? Einerseits werden die realen Güter immer weniger (geringere bereitschaft zum sparen in Geld, da man eine Verschlechterung des Geldes über die Zeit erwartet=Preissteigerungserwartung läßt Zins steigen) anderseits wird die Nachfrage nach Krediten durch den subventionierten Zins immer höher. So wird der regulatorische Handlungsbedarf immer höher.
Dadurch erklärt sich die immer stärker werdende Abhängigkeit vom Staat, welche zB an den Aktionmärkten immer groteskere Formen annimmt.
Die Kredite der EZB sind nicht möglich, weil diese die Mittel gespart oder erwirtschaftet hat, sondern sie werden aus dem nichts geschaffen, d.h. der gleichen Menge von Gütern steht eine erhöhte Menge an Euro gegenüber. Die Preise sind infolge dieser Aktion höher als sie sonst sein würden. Nun kann man einwenden, daß es sich nur um einen Kredit handelt, die irgendwann zurückgezahlt werden, und somit die Preise wieder sinken. selbst wenn dem so wäre müßte man fragen, ob es gerechtfertigt ist, daß sich der Staat die Dinge für 3 Jahre de facto umsonst ausleiht.
Aber besteht wirklich ein Unterschied zwischen neuen Krediten und dem Drucken von neuem und direktem Kaufen von Dingen?Keiner, wenn sicher ist, daß der Kredit nach dem Auslaufen verlängert wird, bzw wenn das Risiko der Anlage vom Staat übernommen wird. So wird auch jetzt schon der Großteil des neuen Kredites zur Tilgung der alten Schulden verwendet (sowohl Staatsseitig als auch auf seiten der Banken). Eine Rückzahlung der heutigen neuen Schulden ist ebenso nur möglich, wenn man in der Zukunft noch mehr Kredite aufnimmt. Dies erklärt sich aus dem konsumtiven Charakter der Saatstätigkeit und hat nichts zu tun mit einem wie immer definiertem Zinseszinsproblem. So ist eine auch über Jahrzehnte erfolgende immer höhere Verschuldung kein Problem, wenn diese Mittel investiert werden und die Zinsen mit den Einnahmen aus den Investitionen getilgt werden können (siehe Mittelfluß von Europa nach Amerika Ende des 19Jh zum Bau der dortigen Infrastruktur). So sind die heutigen Diskussionen über die Art und Weise der Regulierung des griechischen Staatshaushaltes makulatur, da es nur eine Frage der Zeit ist, bis die neuerlichen Hilfsgelder aufgebraucht sind. Zudem birgt der Sachverhalt einen Wiederspruch in sich, daß der griechische Staat einerseits mehr Mittel erhalten soll, als er freiwillig geliehen bekommt, andererseits aber so reglementiert werden soll, daß er alle Gelder zurückzahlen kann. Wen dies erreicht wird, besteht kein Unterschied zur "freiwiligen" Lösung.
Die jüngsten Zinssenkungen auf dem Markt für Staatsanleihen lassen sich so erklären, die Zusicherung weiterer Kredite allein haben dazu nicht ausgereicht.(selbst wenn ich zinsarbitrage- gewinne garantiert bekomme, verleihe ich nicht, wenn ich davon ausgehe, daß ich mein geld nicht wieder bekomme). erst als signalisiert wurde, daß die EZB schlussendlich Wertpapiere aufkauft, war man bereit zu einem geringeren Zins Geld an Staaten zu verleihen.
Grundproblem ist die ausweitung kurzfristiger Kredite und die anlage dieser Mittel in langfristige Assets.
Man hofft, daß seine Anlage zum Zeitpunkt der Kreditrückzahlung höher bewertet ist als ursprünglich. Wenn die ersten Rückzahlungen geleistet werden müssen, bedeutet dies Verkäufe und tendenziell sinkende Asset-preise. Dies bewirkt jedoch, daß die "Späteinstiger" ihren kurzfristigen Kredit nicht mehr bedienen können usw. (Teilreserve-System). Was bewirkt nun die Bekämpfung dieser "Krise" mit noch mehr Kredit? Einerseits werden die realen Güter immer weniger (geringere bereitschaft zum sparen in Geld, da man eine Verschlechterung des Geldes über die Zeit erwartet=Preissteigerungserwartung läßt Zins steigen) anderseits wird die Nachfrage nach Krediten durch den subventionierten Zins immer höher. So wird der regulatorische Handlungsbedarf immer höher.
Dadurch erklärt sich die immer stärker werdende Abhängigkeit vom Staat, welche zB an den Aktionmärkten immer groteskere Formen annimmt.
Freitag, 10. Februar 2012
Das große Verschenken
Nehmen wie einmal an, der Staat in Form der Notenbank erlaubt uns Kraft seiner institutionellen Gewalt, die Geldmenge um 10% zu erhöhen und gleichmäßig auf die Bevölkerung zu verteilen. Die Folge ist zum Beispiel, daß der durchschnittliche Autoverkäufer mehr Autos verkauft. Dies ist möglich, da er nicht sofort seine Preise um 10%erhöht. Augenscheinlich macht er mehr Gewinn. Das dieser Gewinn nicht als sichere Kalkulationsgrundlage dienen kann, wird er erst dann merken, wenn er selbst neue Vorprodukte/Autos einkaufen will. Erst dann realisiert man die sinkende Kaufkratft des Geldes, bzw relativiert sich der anfängliche Gewinn. Der Verkäufer hat seine Autos teilweise verschenkt.
Genauso ist es, wenn ein Land einen Exportüberschuß aufweist. Dieser ist nur dann zu begrüßen, wenn in Zukunft ein Exportdefizit aufzuweisen ist, d.h. irgendwann wertmäßig mehr Güter ins Land kommen als es verlassen. Wenn dies dauerhaft nicht geschieht, wurden ganz einfach bestimmte Waren nicht bezahlt. Nun geht es darum, wer diese Last zu tragen hat. Der Exporteur wird sich bemühen, daß der eigene Staat dem Schuldnerstaat großzügige Kredite aus Steuermitteln ermöglicht, die dieser an seine Bürger weiterreicht, um die Importgüter bezahlen zu können. Wenn dies nicht geschieht, haben Exporteure definitionsgemäß ihre Waren verschenkt, bzw zahlen jemanden dafür, daß dieser bei ihm einkauft. Dies muß nicht bedeuten, daß das Exportland schlechter gestellt ist, als in einer Situation ohne Handel, dies bedeutet eben nur, daß dieses Land nicht soviel für seine Waren bekommt, wie angenommen (ich kann als Händler auch unabsichtlich einen Teil meiner Waren verschenken, und trotzdem vom Handel profitieren).
Wie kann es sein, daß dieser so offenkundige Mechanismus so lange funktioniert? Es wirken meiner Meinung die Mechanismus eines Kettenbriefes. Dieser funktioniert solange, bis keine Neumittel mehr zufließen. Wenn nun der Staat dafür sorgt, daß unendliche Geldmittel zur Verfügung stehen, ist auch die Vorsicht der Teilnehmer entsprechend gering. Zumindest meinen alle Teilnehmer zu wissen, daß sie keinen Totalverlust erleiden können sondern höchstens einen graduellen Kaufkraftverlust hinnehmen müssen.
Genauso ist es, wenn ein Land einen Exportüberschuß aufweist. Dieser ist nur dann zu begrüßen, wenn in Zukunft ein Exportdefizit aufzuweisen ist, d.h. irgendwann wertmäßig mehr Güter ins Land kommen als es verlassen. Wenn dies dauerhaft nicht geschieht, wurden ganz einfach bestimmte Waren nicht bezahlt. Nun geht es darum, wer diese Last zu tragen hat. Der Exporteur wird sich bemühen, daß der eigene Staat dem Schuldnerstaat großzügige Kredite aus Steuermitteln ermöglicht, die dieser an seine Bürger weiterreicht, um die Importgüter bezahlen zu können. Wenn dies nicht geschieht, haben Exporteure definitionsgemäß ihre Waren verschenkt, bzw zahlen jemanden dafür, daß dieser bei ihm einkauft. Dies muß nicht bedeuten, daß das Exportland schlechter gestellt ist, als in einer Situation ohne Handel, dies bedeutet eben nur, daß dieses Land nicht soviel für seine Waren bekommt, wie angenommen (ich kann als Händler auch unabsichtlich einen Teil meiner Waren verschenken, und trotzdem vom Handel profitieren).
Wie kann es sein, daß dieser so offenkundige Mechanismus so lange funktioniert? Es wirken meiner Meinung die Mechanismus eines Kettenbriefes. Dieser funktioniert solange, bis keine Neumittel mehr zufließen. Wenn nun der Staat dafür sorgt, daß unendliche Geldmittel zur Verfügung stehen, ist auch die Vorsicht der Teilnehmer entsprechend gering. Zumindest meinen alle Teilnehmer zu wissen, daß sie keinen Totalverlust erleiden können sondern höchstens einen graduellen Kaufkraftverlust hinnehmen müssen.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Jobwunder dank Spielhölle
Wenn es einer adäquaten Versinnbildlichung der heutigen ökonomischen Vorgänge bedarf, habe ich diese heute in meiner Morgenzeitung gefunden. Die Überschrift des Artikels lautete "Jobwunder dank Spielhölle. Mehr als 150000 Menschen haben Großbritanniens größte Spielhalle schon besucht."
Es ist die Auswirkung einer 0-Zins Politik, die bewirkt, daß geliehenes Geld gerade nicht in die Bereiche fließt, denen geholfen werden soll (Mittelstand), da der Zins nunmal zu gering ist, um die bestehenden Risiken "zu bezahlen". Stattdessen beteiligt man sich mit dem Geld lieber an einem Kettenbrief. Egal ob Aktien, Anleihen oder direktes Glückspiel. Bei diesen Formen der "Anlage" hat man von vornherein kein Augenmerk auf den Ertrag des zugrundeliegenden Objektes, sondern hofft, daß der Preis des Objektes steigt (anders ausgedrückt, man hofft darauf einen noch dümmeren zu finden). Insbesondere bei Staatsanleihen ist die momentane Blasenbildung offensichtlich. Es macht einfach keinen Sinn, sein Geld für 0% zu verleihen, es sei denn man hofft auf steigende Anleihekurse.
Es ist mithin kein Zufall, daß die DB kürzlich ein Casino in Las Vegas für 5mrd Dollar erworben hat. Der Bereich, der Wirtschaft, der sich mit Glückspiel beschäftigt, boomt. George Soros würde dies mit "Reflexivität" betiteln, d.h. die Preisentwicklung hat unmittelbare Rückwirkungen auf das zugrundeliegende Objekt (anderes Beipiel: ein Unternehmen profitiert von steigenden Aktienkursen, da es sich leichter neues Geld beschaffen kann. Dies ist widerum ein Argument für steigende Aktienkurse).
Es ist die Auswirkung einer 0-Zins Politik, die bewirkt, daß geliehenes Geld gerade nicht in die Bereiche fließt, denen geholfen werden soll (Mittelstand), da der Zins nunmal zu gering ist, um die bestehenden Risiken "zu bezahlen". Stattdessen beteiligt man sich mit dem Geld lieber an einem Kettenbrief. Egal ob Aktien, Anleihen oder direktes Glückspiel. Bei diesen Formen der "Anlage" hat man von vornherein kein Augenmerk auf den Ertrag des zugrundeliegenden Objektes, sondern hofft, daß der Preis des Objektes steigt (anders ausgedrückt, man hofft darauf einen noch dümmeren zu finden). Insbesondere bei Staatsanleihen ist die momentane Blasenbildung offensichtlich. Es macht einfach keinen Sinn, sein Geld für 0% zu verleihen, es sei denn man hofft auf steigende Anleihekurse.
Es ist mithin kein Zufall, daß die DB kürzlich ein Casino in Las Vegas für 5mrd Dollar erworben hat. Der Bereich, der Wirtschaft, der sich mit Glückspiel beschäftigt, boomt. George Soros würde dies mit "Reflexivität" betiteln, d.h. die Preisentwicklung hat unmittelbare Rückwirkungen auf das zugrundeliegende Objekt (anderes Beipiel: ein Unternehmen profitiert von steigenden Aktienkursen, da es sich leichter neues Geld beschaffen kann. Dies ist widerum ein Argument für steigende Aktienkurse).
Freitag, 13. Januar 2012
das ende der krise
Hier kurz der zusammengefaßte aktuelle Stand der europäischen Schuldenkrise:
Nachdem die EZB so freundlich war, den Banken einen Mengentender über 500mrd Euro über 3Jahre zuzuteilen, sind die Anleiheauktionen "erfolgreich" verlaufen.
Spanien hat am Donnerstag doppelt so viel Kapital eingesammelt wie anvisiert und Italien hat sich zu erheblich günstigeren Konditionen Mittel besorgt.
Das heißt, man hat Banken genau dazu gebracht das verstärkt zu tun, was sie in Schwierigkeiten gebracht hat: leichtfertig Geld an Regierungen zu verleihen. Auf der anderen Seite packen die Regierungen die Gelegenheit beim Schopfe und Leihen sich einfach doppelt so viel wie anvisiert.
Aber was bringt Banken dazu nun mit einem Zins von sagen wir 5% zufrieden zu sein und nicht mehr 6% zu fordern (aufgrund von subjektiv erwarteten Ausfallrisiken) ? Wenn ich mir für 1% Geld leihe, dann verleihe ich dieses Geld nicht für 5%, wenn ich erwarte, daß ich dieses wahrscheinlich nicht zurück bekomme, da ich es ja auch zurückbezahlen muß.
Lösung: Die EZB garantiert, daß sie die Anleihen aufkauft. Dadurch haben die Banken ein risikoloses Zinsarbitragegeschäft. Alles ist gut................
Hier die passenden fundierten Kommentare einiger Beteiligter:
"Die Wirkung der Eurokrise nimmt langsam ab und die fundamental gute Lage rückt in den Augen der Börsianer wieder in den Vordergrund", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. "Die Heilung der Eurokrise ist mit Hilfe der EZB auf dem Weg. Spekulanten können gegen die Währungshüter niemals anstinken."
Nachdem die EZB so freundlich war, den Banken einen Mengentender über 500mrd Euro über 3Jahre zuzuteilen, sind die Anleiheauktionen "erfolgreich" verlaufen.
Spanien hat am Donnerstag doppelt so viel Kapital eingesammelt wie anvisiert und Italien hat sich zu erheblich günstigeren Konditionen Mittel besorgt.
Das heißt, man hat Banken genau dazu gebracht das verstärkt zu tun, was sie in Schwierigkeiten gebracht hat: leichtfertig Geld an Regierungen zu verleihen. Auf der anderen Seite packen die Regierungen die Gelegenheit beim Schopfe und Leihen sich einfach doppelt so viel wie anvisiert.
Aber was bringt Banken dazu nun mit einem Zins von sagen wir 5% zufrieden zu sein und nicht mehr 6% zu fordern (aufgrund von subjektiv erwarteten Ausfallrisiken) ? Wenn ich mir für 1% Geld leihe, dann verleihe ich dieses Geld nicht für 5%, wenn ich erwarte, daß ich dieses wahrscheinlich nicht zurück bekomme, da ich es ja auch zurückbezahlen muß.
Lösung: Die EZB garantiert, daß sie die Anleihen aufkauft. Dadurch haben die Banken ein risikoloses Zinsarbitragegeschäft. Alles ist gut................
Hier die passenden fundierten Kommentare einiger Beteiligter:
"Die Wirkung der Eurokrise nimmt langsam ab und die fundamental gute Lage rückt in den Augen der Börsianer wieder in den Vordergrund", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. "Die Heilung der Eurokrise ist mit Hilfe der EZB auf dem Weg. Spekulanten können gegen die Währungshüter niemals anstinken."
Freitag, 16. Dezember 2011
Märkte greifen an
In der Öffentlichkeit wird häufig die Methapher eines außer Kontrolle geratenen Marktes bemüht, um staatliche Interventionen zu rechtfertigen. Spekulanten greifen den Markt für Staatsanleihen an. "Der Markt verlangt diesunddas". Mit Wetten auf steigende Zinsen bewirken Spekulanten ein zusammenbrechen ganzer Finanzmärkte.
Zunächst bedeutet ein "Markt" mindestens, daß zwei Handelspartner unterschiedlicher Meinung sind, da sonst kein Handel zustande kommt. Einen Markt als homogene Einheit zu betrachten, in der alle eine gemeinsame Interessenslage haben, ist somit fehlerhaft. Ein Käufer von Staatsanleihen möchte einen möglichst hohen Zins erhalten, der Emittent einen möglichst geringen Zins zahlen. Wenn ein Handel zustande kommt (jemand kauft eine Staatsanleihe), ist gleichzeitig noch derjenige Nachfrager von Krediten betroffen, der diesen Kredit stattdessen bekommen hätte (zu einem geringeren Zins).
Wenn jemand die These aufstellt, die EZB müsse "dem Markt" nur signalisieren, daß sie unlimitiert Staatsanleihen aufkauft um "den Markt" zu stabilisieren, im Sinne, daß der Zins nicht weiter steigt, sagt dieser implizit, daß die EZB eine unlimitierte Subventionierung der Käufer garantieren soll. Jemand der dies bestreitet, argumentiert, daß jemand, dem Anleihen "zu teuer" sind, deshalb anfängt diese zu kaufen, weil die EZB dies tut. Überträgt man diesen Gedanken auf zB den Automarkt, ist die Absurdität offensichtlich.
Das nächste Argument ist dann, daß es hauptsächlich um den Sekundärmarkt der Derivate geht (CDS), dessen ungebremste Ausuferung zu Verwerfungen im Anleihemarkt führt.
Zunächst bewirkt eine Wette auf steigende Zinsen keine Auswirkungen auf den Preis von Anleihen. Diese könnte über eine Absicherung des Wettgeschäftes erfolgen. Wenn dies beide "Wettparteien" machen hebt sich der Effekt auf.
Nun wird aber behauptet, daß so große Versicherungsgeschäfte (Wetten) auf einen nicht steigenden Zins (nicht fallende Anleihen) getätigt wurden, daß verschiedene Banken insolvent gehen, falls der Versicherungsfall eintritt. Man muß sich dies an einem imaginären beispiel verdeutlichen: Ein Praktikant der Deutschen Bank wettet per Knopfdruck 500mrd Euro darauf, daß der Zins für spanische Anleihen nicht über 6% steigt.
Wenn der Zins nun über 6% steigt, muß der Staat nun für die 500mrd bürgen, damit die DB nicht pleite geht. Muß der Markt für Staatsanleihen so reglementiert werden, daß der Zins nicht steigt?
Lösungsvorschlag: die DB zahlt das Geld nicht aus. Sie verliert an Ansehen.Solche Wetten werden nicht mehr getätigt
Zunächst bedeutet ein "Markt" mindestens, daß zwei Handelspartner unterschiedlicher Meinung sind, da sonst kein Handel zustande kommt. Einen Markt als homogene Einheit zu betrachten, in der alle eine gemeinsame Interessenslage haben, ist somit fehlerhaft. Ein Käufer von Staatsanleihen möchte einen möglichst hohen Zins erhalten, der Emittent einen möglichst geringen Zins zahlen. Wenn ein Handel zustande kommt (jemand kauft eine Staatsanleihe), ist gleichzeitig noch derjenige Nachfrager von Krediten betroffen, der diesen Kredit stattdessen bekommen hätte (zu einem geringeren Zins).
Wenn jemand die These aufstellt, die EZB müsse "dem Markt" nur signalisieren, daß sie unlimitiert Staatsanleihen aufkauft um "den Markt" zu stabilisieren, im Sinne, daß der Zins nicht weiter steigt, sagt dieser implizit, daß die EZB eine unlimitierte Subventionierung der Käufer garantieren soll. Jemand der dies bestreitet, argumentiert, daß jemand, dem Anleihen "zu teuer" sind, deshalb anfängt diese zu kaufen, weil die EZB dies tut. Überträgt man diesen Gedanken auf zB den Automarkt, ist die Absurdität offensichtlich.
Das nächste Argument ist dann, daß es hauptsächlich um den Sekundärmarkt der Derivate geht (CDS), dessen ungebremste Ausuferung zu Verwerfungen im Anleihemarkt führt.
Zunächst bewirkt eine Wette auf steigende Zinsen keine Auswirkungen auf den Preis von Anleihen. Diese könnte über eine Absicherung des Wettgeschäftes erfolgen. Wenn dies beide "Wettparteien" machen hebt sich der Effekt auf.
Nun wird aber behauptet, daß so große Versicherungsgeschäfte (Wetten) auf einen nicht steigenden Zins (nicht fallende Anleihen) getätigt wurden, daß verschiedene Banken insolvent gehen, falls der Versicherungsfall eintritt. Man muß sich dies an einem imaginären beispiel verdeutlichen: Ein Praktikant der Deutschen Bank wettet per Knopfdruck 500mrd Euro darauf, daß der Zins für spanische Anleihen nicht über 6% steigt.
Wenn der Zins nun über 6% steigt, muß der Staat nun für die 500mrd bürgen, damit die DB nicht pleite geht. Muß der Markt für Staatsanleihen so reglementiert werden, daß der Zins nicht steigt?
Lösungsvorschlag: die DB zahlt das Geld nicht aus. Sie verliert an Ansehen.Solche Wetten werden nicht mehr getätigt
Freitag, 2. Dezember 2011
Was ist Stuttgart 21 wert ?
Wien - Nach der Niederlage der Stuttgart-21-Gegner bei der Volksabstimmung hält Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Demonstrationen gegen das umstrittene Bahnhofsprojekt nicht mehr für sinnvoll. Demonstrieren sei zwar ein Grundrecht, das jeder wahrnehmen könne, wie er es für richtig halte, sagte Kretschmann der in Wien erscheinenden Zeitung „Der Standard“ (Mittwochausgabe). „Im Fall des Stuttgarter Bahnhofs halte ich es allerdings nicht mehr für sinnvoll.“
Kretschmer hat heute mit Erleichterung festgestellt, daß das Bahnprojekt dessen Nichtdurchführungsproteste ihn maßgeblich dazu verholfen haben Ministerpräsident zu werden, nun doch durchgeführt werden kann. Eindeutige Mehrheiten sind positiv zu sehen, so Kretschmer.
Dieser Politiker scheint es ganz normal zu finden, daß er die Vorstellungen und Meinungen für die er gewählt wird über Bord wirft und dann Dinge tut, die er nicht für richtig hält. Wo ist da der Unterschied zu einem Beamten oder Funktionär. Warum tritt er nicht zurück, wenn er seine Ziele nicht erreichen kann.
Es wird von einem eindeutigen Volksvotum gesprochen.Erstens lag die Wahlbeteiligung bei 48%.Davon haben 45 %gegen das Projekt gestimmt. Ist es nicht undemokratisch nicht nächste Woche noch ein Referendum abzuhalten um sicherzustellen, daß nicht 2% der Bevölkerung ihre Meinung ändert und ein anderes Ergebnis rauskommt?
Ist die Frage, ob ein Bahnhof gebaut wird, wirklich eine "demokratische"?
Wenn der Bahnhof es "wert" wäre gebaut zu werden , würde Gewinn anfallen. Dies scheint offensichtlich nicht der Fall zu sein. Jeder ausgegebene Euro wäre eine Stimmabgabe für den Bahnhof. Wenn diese subjektiven Wertäußerungen nicht mehr der Maßstab sind, ist es notwendig einen "objektiven" Wert zu bestimmen. Dies wird mit pseudodemokratischen Veranstaltungen versucht zu suggerieren. Dieses Verfahren läuft parallel in anderen Sektoren ab (Streßtest für Banken, Streßtest für Atomkraftwerke)
Warum dann nicht auch andere Bereiche "demokratisieren". So wie Sarah Wagenknecht es vorschlägt: Sie nimmt anderen die Mittel weg und bestimmt dann selbst gabz demokratisch welches Investitionsprojekt objektiv sinnvoll ist oder nicht (Verstaatlichung der Banken).
Kretschmer hat heute mit Erleichterung festgestellt, daß das Bahnprojekt dessen Nichtdurchführungsproteste ihn maßgeblich dazu verholfen haben Ministerpräsident zu werden, nun doch durchgeführt werden kann. Eindeutige Mehrheiten sind positiv zu sehen, so Kretschmer.
Dieser Politiker scheint es ganz normal zu finden, daß er die Vorstellungen und Meinungen für die er gewählt wird über Bord wirft und dann Dinge tut, die er nicht für richtig hält. Wo ist da der Unterschied zu einem Beamten oder Funktionär. Warum tritt er nicht zurück, wenn er seine Ziele nicht erreichen kann.
Es wird von einem eindeutigen Volksvotum gesprochen.Erstens lag die Wahlbeteiligung bei 48%.Davon haben 45 %gegen das Projekt gestimmt. Ist es nicht undemokratisch nicht nächste Woche noch ein Referendum abzuhalten um sicherzustellen, daß nicht 2% der Bevölkerung ihre Meinung ändert und ein anderes Ergebnis rauskommt?
Ist die Frage, ob ein Bahnhof gebaut wird, wirklich eine "demokratische"?
Wenn der Bahnhof es "wert" wäre gebaut zu werden , würde Gewinn anfallen. Dies scheint offensichtlich nicht der Fall zu sein. Jeder ausgegebene Euro wäre eine Stimmabgabe für den Bahnhof. Wenn diese subjektiven Wertäußerungen nicht mehr der Maßstab sind, ist es notwendig einen "objektiven" Wert zu bestimmen. Dies wird mit pseudodemokratischen Veranstaltungen versucht zu suggerieren. Dieses Verfahren läuft parallel in anderen Sektoren ab (Streßtest für Banken, Streßtest für Atomkraftwerke)
Warum dann nicht auch andere Bereiche "demokratisieren". So wie Sarah Wagenknecht es vorschlägt: Sie nimmt anderen die Mittel weg und bestimmt dann selbst gabz demokratisch welches Investitionsprojekt objektiv sinnvoll ist oder nicht (Verstaatlichung der Banken).
Mittwoch, 23. November 2011
Ansteckung
Was ist Ursache was ist Wirkung der heutigen zu beobachtenen Phänomene?
Ein grundlegendes methodologisches Mißverständnis bewirkt die fast vollständige Verwirrung nicht nur der Bevölkerung sondern in weiten Teilen der Proffession. Aus zwei zeitgleich auftretenen Beobachtungen kann man nicht automatisch Schlußfolgern, daß das eine die Ursache der anderen ist. Wenn die spanische Regierung immer größere Probleme bekommt sich auf dem Kapitalmarkt neue Kredite zu besorgen, zuvor die griechische Regierung die gleichen Probleme hatte, folgt daraus nicht, daß sich die Spanier haben "anstecken" lassen, bzw. die griechischen Probleme ursächlich sind.
Es wird suggeriert, daß die spanische Regierung unverschuldet und ohne eigenes Zutun in eine für sie schlechte Lage geraten ist. Es ist nicht mehr die Ausgabenhöhe und die Verwendung der Mittel im Focus. Wenn Bankenrettungen und Stimilusprogramme nicht mehr hinterfragt werden wird jedoch nie die Ursache der Probleme angegangen bzw es werden nicht die adäquaten Maßnahmen ergriffen.
Es ist wie bei einem Murmelspiel, nach einem Wurf mir verschiedenen Murmeln wird der Bewegungsablauf und die Endposition der einen mit der der anderen erklärt. Damit beschreibt man nicht die Ursache der Bewegung.
Hier ein typisches Beispiel aus der Tagespresse
"Börsianer verwiesen auf schwach ausgefallene Daten der chinesischen Industrieproduktion, die Sorgen um eine Rezession der Weltwirtschaft verstärkten. Die europäische Krise scheine nun auf die am stärksten wachsende Volkswirtschaft der Welt auszustrahlen, kommentierte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets."
Griechenland hat Schuld???????
Da sind wir beim Kern des Problems. Der psychologischen Neigung dazu eine verzerrte oder tendenziöse Ursachenzuschreibung vorzunehmen. Wie von Mises im Detail beschrieben und vorhergesagt, suchen die meisten Menschen die Ursache der unvermeidlichen Konsequenzen unverantwortlichen ökonomischen Handelns (Zinsen auf 0%, Häuser für alle, Abwrackprämie, Stimulusprogramme) nicht bei sich sondern im Übel das "von außen" kommt.
Ein grundlegendes methodologisches Mißverständnis bewirkt die fast vollständige Verwirrung nicht nur der Bevölkerung sondern in weiten Teilen der Proffession. Aus zwei zeitgleich auftretenen Beobachtungen kann man nicht automatisch Schlußfolgern, daß das eine die Ursache der anderen ist. Wenn die spanische Regierung immer größere Probleme bekommt sich auf dem Kapitalmarkt neue Kredite zu besorgen, zuvor die griechische Regierung die gleichen Probleme hatte, folgt daraus nicht, daß sich die Spanier haben "anstecken" lassen, bzw. die griechischen Probleme ursächlich sind.
Es wird suggeriert, daß die spanische Regierung unverschuldet und ohne eigenes Zutun in eine für sie schlechte Lage geraten ist. Es ist nicht mehr die Ausgabenhöhe und die Verwendung der Mittel im Focus. Wenn Bankenrettungen und Stimilusprogramme nicht mehr hinterfragt werden wird jedoch nie die Ursache der Probleme angegangen bzw es werden nicht die adäquaten Maßnahmen ergriffen.
Es ist wie bei einem Murmelspiel, nach einem Wurf mir verschiedenen Murmeln wird der Bewegungsablauf und die Endposition der einen mit der der anderen erklärt. Damit beschreibt man nicht die Ursache der Bewegung.
Hier ein typisches Beispiel aus der Tagespresse
"Börsianer verwiesen auf schwach ausgefallene Daten der chinesischen Industrieproduktion, die Sorgen um eine Rezession der Weltwirtschaft verstärkten. Die europäische Krise scheine nun auf die am stärksten wachsende Volkswirtschaft der Welt auszustrahlen, kommentierte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets."
Griechenland hat Schuld???????
Da sind wir beim Kern des Problems. Der psychologischen Neigung dazu eine verzerrte oder tendenziöse Ursachenzuschreibung vorzunehmen. Wie von Mises im Detail beschrieben und vorhergesagt, suchen die meisten Menschen die Ursache der unvermeidlichen Konsequenzen unverantwortlichen ökonomischen Handelns (Zinsen auf 0%, Häuser für alle, Abwrackprämie, Stimulusprogramme) nicht bei sich sondern im Übel das "von außen" kommt.
Freitag, 18. November 2011
Für die Chronologie: Runde X
Nachdem ich letzte Woche auf die implizite Ausweitung der "Rettung" von 200mrd auf 1000 Mrd geschrieben habe. Mußte ich heute folgendes lesen:
Das Thema an den Kapitalmärkten bleibt aber die Staatsschuldenkrise im Euroraum. Das Krisenmanagement der Politik ist offensichtlich zum Stillstand gekommen, einzig die Europäische Zentralbank (EZB) erscheint noch handlungsfähig. Laut "FAZ" hat sich diese eine Obergrenze für den Kauf von Anleihen von wöchentlich 20 Mrd EUR verordnet. Hochgerechnet aufs Jahr wären das gut 1 Bill EUR, ein hohes Volumen auch verglichen mit den Quantitative-Easing-Programmen der US-Notenbank.
(http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?sektion=marktberichte&id=7796944)
Das Thema an den Kapitalmärkten bleibt aber die Staatsschuldenkrise im Euroraum. Das Krisenmanagement der Politik ist offensichtlich zum Stillstand gekommen, einzig die Europäische Zentralbank (EZB) erscheint noch handlungsfähig. Laut "FAZ" hat sich diese eine Obergrenze für den Kauf von Anleihen von wöchentlich 20 Mrd EUR verordnet. Hochgerechnet aufs Jahr wären das gut 1 Bill EUR, ein hohes Volumen auch verglichen mit den Quantitative-Easing-Programmen der US-Notenbank.
(http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?sektion=marktberichte&id=7796944)
Zentralbanken kaufen Gold
Ein "Spiegel"-Artikel, der vieles Aussagt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,798383,00.html
lol, Zentralbanken sichern sich gegen Währungsschwankungen ab.....
und wer verursacht diese Schwankungen? Genauso könnte man sagen, die Zentralbanken sichern sich gegen ihr eigenes Gelddrucken ab.
Typisch, kein kritisches Wort des Journalisten, ich frage mich immer ist das nur Unverständnis oder Absicht.
Ich kann nicht verstehen, wie es der Schreiber nicht schafft zu fragen, woher die Zentralbanken die Mittel für ihre Käufe nehmen.
In den 30ern war es offener Zwang der Regierungen, sein Gold gegen Papier tauschen zu müssen, es geht auch anders.......
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,798383,00.html
lol, Zentralbanken sichern sich gegen Währungsschwankungen ab.....
und wer verursacht diese Schwankungen? Genauso könnte man sagen, die Zentralbanken sichern sich gegen ihr eigenes Gelddrucken ab.
Typisch, kein kritisches Wort des Journalisten, ich frage mich immer ist das nur Unverständnis oder Absicht.
Ich kann nicht verstehen, wie es der Schreiber nicht schafft zu fragen, woher die Zentralbanken die Mittel für ihre Käufe nehmen.
In den 30ern war es offener Zwang der Regierungen, sein Gold gegen Papier tauschen zu müssen, es geht auch anders.......
neues Geld selber machen
Grundgedanke von Karl Menger war, daß sich alle Probleme in einer menschlichen Gemeinschaft am besten durch freiwillige Kooperation lösen lassen, insbesondere Fragen des Geldes. Warum nicht damit anfangen….
Ich bin seit langem sicher, daß die Staaten zu einer Goldwährung übergehen müssen. Allein deshalb weil sie es nicht verhindern können, daß sich private Parallelwährungen entwickeln. Bislang ist dies nicht geschehen, da einerseits der Leidensdruck noch nicht groß genug war, andererseits das Papiergeld “legal tender” ist, d.h. jeder ist gezwungen ist, dies anzunehmen. Vielleicht könnte man dieses Problem folgendermaßen umgehen:
jemand kauft sich einen Grundvorrat an Gold (=Bank), sagen wir 100kEinheiten Papiergeld, entsprechen eine bestimmte Menge Gold (sagen wir 1kg)
Menschen, die sich an dieser “Währung” beteiligen wollen, kaufen sich in die bank ein, sagen wir 1k Papiergeld (10gr Gold)
jeder Einkauf wird weiterhin mit Papiergeld über eine ganz normale ec-karte getätigt. Am Ende eines Zeitraumes werden alle Ausgaben zum jeweiligen Tages-Goldkurs abgerechnet,d.h. wieviel Gramm für einen 100Euro Einkauf abgezogen wird, hängt vom Goldkurs am Kauftag ab.
(Ist ne menge Rechnerei, müßte man jemanden ein Programm für schreiben lassen)
Grundproblem ist das Vertrauen in die Bank. Aber wir haben ja Vertrauen in die Theorie….
Ich denke es würde deshalb funktionieren, weil der persönliche Gewinn des Bankers im Falle von Seriösität höher sein wird als im Falle der Abzocke.
Du hast dich in dem Moment,in dem du bei der Bank Goldanteile kaufst gegen den Wertverlust des Papiergeldes abgesichert.
Sagen wir du bekommst nach heutigem Goldkurs für 1000Euro 100Gramm Gold (Zahlen sind willkürlich gewählt).
Wenn der Staat Geld druckt, steigt der Goldpreis (pro Einheit Euro weniger Gold). Sagen wir nach einem Jahr bekommst du für 100Gramm Gold 2000 Euro.
Gleichzeitig steigen alle andere Güterpreise.
Wenn du vorher für eine Tankfüllung für dein Auto 100Euro ausgegeben hast mußt du ein Jahr später 200Euro ausgeben. Wenn du aber über die Goldwährungsbank abrechnest werden dir jedoch wie vorher nur 10Gramm von deinem Kontogutaben abgezogen (am Kauftag des Benzins ist der Marktpreis 10gr=200Euro).
Natürlich steigen in der Realität die Güterpreise nicht im gleichen Verhältnis wie das Gold (es ist anzunehmen, daß das Gold stärker steigt, da die Goldnachfrage infolge der vermehrten Geldfunktion des Goldes steigt)
Vergessen habe ich, daß die Bank Gebühren erheben muß (vielleicht 2%des Umsatzes)
Ich bin seit langem sicher, daß die Staaten zu einer Goldwährung übergehen müssen. Allein deshalb weil sie es nicht verhindern können, daß sich private Parallelwährungen entwickeln. Bislang ist dies nicht geschehen, da einerseits der Leidensdruck noch nicht groß genug war, andererseits das Papiergeld “legal tender” ist, d.h. jeder ist gezwungen ist, dies anzunehmen. Vielleicht könnte man dieses Problem folgendermaßen umgehen:
jemand kauft sich einen Grundvorrat an Gold (=Bank), sagen wir 100kEinheiten Papiergeld, entsprechen eine bestimmte Menge Gold (sagen wir 1kg)
Menschen, die sich an dieser “Währung” beteiligen wollen, kaufen sich in die bank ein, sagen wir 1k Papiergeld (10gr Gold)
jeder Einkauf wird weiterhin mit Papiergeld über eine ganz normale ec-karte getätigt. Am Ende eines Zeitraumes werden alle Ausgaben zum jeweiligen Tages-Goldkurs abgerechnet,d.h. wieviel Gramm für einen 100Euro Einkauf abgezogen wird, hängt vom Goldkurs am Kauftag ab.
(Ist ne menge Rechnerei, müßte man jemanden ein Programm für schreiben lassen)
Grundproblem ist das Vertrauen in die Bank. Aber wir haben ja Vertrauen in die Theorie….
Ich denke es würde deshalb funktionieren, weil der persönliche Gewinn des Bankers im Falle von Seriösität höher sein wird als im Falle der Abzocke.
Du hast dich in dem Moment,in dem du bei der Bank Goldanteile kaufst gegen den Wertverlust des Papiergeldes abgesichert.
Sagen wir du bekommst nach heutigem Goldkurs für 1000Euro 100Gramm Gold (Zahlen sind willkürlich gewählt).
Wenn der Staat Geld druckt, steigt der Goldpreis (pro Einheit Euro weniger Gold). Sagen wir nach einem Jahr bekommst du für 100Gramm Gold 2000 Euro.
Gleichzeitig steigen alle andere Güterpreise.
Wenn du vorher für eine Tankfüllung für dein Auto 100Euro ausgegeben hast mußt du ein Jahr später 200Euro ausgeben. Wenn du aber über die Goldwährungsbank abrechnest werden dir jedoch wie vorher nur 10Gramm von deinem Kontogutaben abgezogen (am Kauftag des Benzins ist der Marktpreis 10gr=200Euro).
Natürlich steigen in der Realität die Güterpreise nicht im gleichen Verhältnis wie das Gold (es ist anzunehmen, daß das Gold stärker steigt, da die Goldnachfrage infolge der vermehrten Geldfunktion des Goldes steigt)
Vergessen habe ich, daß die Bank Gebühren erheben muß (vielleicht 2%des Umsatzes)
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